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Quellmoor
Der in der Gemarkung Osburg gelegene, rd. 6,5 ha große "Weyrichsbruch" ist eines der bis heute naturnah erhaltenen Quellmoore des Hunsrücks. Noch bis in das 18. Jahrhundert hinein waren die Quarzitrücken des Hunrücks, die sich über die Hochflächen erheben, von einem Kranz von Quell- oder Hangmooren umgeben. Diese waren von Natur aus bewaldet. Um eine bessere forstwirtschaftliche Nutzung solcher Kleinstmoore zu erreichen, begann man im Hunsrück wie andernorts verstärkt, sie zu entwässern - allerdings nicht immer ganz erfolgreich.
Quellmoore mit intaktem Wasserhaushalt sind daher äußerst selten geworden. Da sie einer Vielzahl seltener oder selten gewordener Pflanzen und Tiere als Lebensraum dienen, sind sie vordringlich schutzwürdig und auch per Gesetz geschützt.
Zur Entstehung der Quellmoore des Hunsrücks
Für die Entstehung von Quellmooren müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein:
Aus den Gesteinsschichten, die Niederschläge speichern und leiten (z.B. klüftiger Quarzit und Quarzitschutt) muss ganzjährig genügend Quellwasser heraussickern. Dies geschieht dort, wo das Wasser auf wasserstauende Schichten (z.B. Hunsrückschiefer oder Lehmdecken) trifft.
Unterhalb dieser Quellhorizonte konnten dann bestimmte Moorpflanzen bis zu mehrere Meter mächtige Torfdecken aufbauen. Nach bisherigen vegetations-geschichtlichen Untersuchungen an Hunsrückmooren setzten diese Moorbildungen vielfach ab dem Älteren Subatlantikum (seit 500 v. Chr.) bei allmählich kühler und feuchter werdenden klimatischen Bedingungen ein.
Die quarzitischen Wässer sind extrem mineralstoffarm. Da das Wasser den Torfkörper nur langsam durchströmt, kommt es zu einer nur geringen Nachlieferung an von Pflanzen benötigten Nährstoffen. Daher besteht die Vegetation des Weyrichsbruchs und anderer Quellmoore des Hunsrücks überwiegend aus relativ anspruchslosen Pflanzen.
Pflanzen- und Tierwelt des Weyrichsbruchs
Die Baumart, die im ozeanisch geprägten Westen Europas auf besonders nährstoffarmen und nassen Böden relativ am besten gedeiht, ist die Moorbirke. Sie bildet lichte Wälder, wie sie im Weyrichsbruch in typischer Ausprägung heute noch auf größerer Fläche vorkommen. Im Unterwuchs herrscht zumeist das Pfeifengras. Zwischen dessen Bulten finden sich z.T. noch ausgedehnte Torfmoospolster. Die Moorbirkenbestände des Weyrichsbruchs weisen ein bereits sehr hohes Alter auf. Einige der nach Jahrringzählungen bis zu 140 Jahre alten Bäume sind bereits abgestorben oder durch Windbruch gefällt.
Als Besonderheit konnten sich an einer besonders stark vernäßten und deshalb baumfreien Stelle innerhalb des Moorbirkenwaldes einige Pflanzen ansiedeln, die sonst fast ausschließlich in Hochmooren zu finden sind: Neben dem Scheidigen Wollgras, der Moosbeere und dem Rundblättrigen Sonnentau sind dies vor allem verschiedene Moose. Auf das Vorkommen dieser Arten ist die im Volksmund gebräuchliche Bezeichnung des Weyrichsbruchs als "Hochmoor am Rösterkopf" zurückzuführen. Aber weder hier noch bei anderen Hunsrückmooren handelt es sich um ein Hochmoor. Ursache für das Auftreten dieser Pflanzen ist ausschließlich die Mineralstoffarmut des aus dem Quarzit austretenden Quellwassers.
Die übrige Fläche des Weyrichsbruchs wird heute von Pfeifengras- und Adlerfarnbeständen eingenommen.
Der Weyrichsbruch bietet auch Lebensraum für viele seltene Tierarten. Eine große Anzahl ist in ihrem Vorkommen sehr eng an Moore gebunden. Hierzu gehören neben einigen der zahlreich vorkommenden Nachtfalter vor allem Spinnen und Laufkäfer.
Schutzmaßnahmen
Auch der Weyrichsbruch ist von Entwässerungsmaßnahmen nicht verschont geblieben. Um ein weiteres periodisches Trockenfallen verschiedener Teilflächen und einer weiteren Ausbreitung vor allem des Adlerfarns entgegenzuwirken, ist der Verschluß bestehender Entwässerungsgräben und die Kontrolle dieser Maßnahmen eine wichtige Aufgabe. Eine weitere in gewissen Zeitabständen erfolgende Pflegemaßnahme besteht im Entfernen von Fichten.
Langfristig sollen desweiteren die Nadelholzforsten in der Umgebung des Weyrichsbruchs in standortgerechte Laubwälder überführt werden. Die notwendigen Maßnahmen werden durch das Forstamt Osburg im Rahmen der Umsetzung des Gewässerprojektes Ruwer durchgeführt.
Originaltext von der Informationstafel, die zusätzlich noch Bilder und Grafiken enthält. Auch eine niederländische Version des Textes ist dort vorhanden. Der Text wurde erstellt von Thomas Frankenberg, Universität Trier. Veröffentlichung im Internet mit Erlaubnis des "Erholungsvereins Hochwald zwischen Mosel und Saar e.V."
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